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Mittwoch, 13. Juni 2012

Wirf dein Brot nicht weg....


Wirf dein Brot nicht weg, du willst es in den Papierkorb werfen und in Afrika verhungern Kinder.
So oder in ähnlicher Form haben viele Kinder diese Aussage hinnehmen müssen. 
Meist in der Schule, ich auch. Damals als ich 6 Jahre war, und mein Pausenbrot einfach nicht den natürlichen Weg des Brotes gehen wollte, ertappte mich meine Lehrerin dabei, wie ich mein Pausenbrot im Papierkorb entsorgte. Ich hörte den oben erwähnten Satz, aber verstand ihn nur akustisch. 
Da stand ich nun und was ich getan hatte war böse, ungezogen, gemein. Der Tonfall meiner Lehrerin stimmte mit meiner Vermutung überein. Ich war schuld,dass ein kleines afrikanisches Kind, in diesem Moment verhungerte. Ich schämte mich solange ich ausgeschimpft wurde, dann überlegte ich was ich hätte anders machen können. Ich kann das Pausenbrot nach Afrika bringen, dem Kind schenken und es retten. Ja, dass will ich, eine gute Idee, nur ist Afrika nicht mit dem Fahrrad zu erreichen und und auch nicht mit dem Bus.
Afrika ist zu weit weg und wenn ich mit dem Brot angekommen bin, ist es sicher schlecht und dann kann es nicht mehr gegessen werden. Ich hatte es auch schon angebissen, ob es dem afrikanischen Kind etwas ausmacht?
Mich ließ diese Angelegenheit nicht mehr los.
Was wenn ich meine Brote immer brav aufesse, ob ich hungrig bin oder nicht, ob es mir schmeckt oder nicht. 
Rette ich dann ein Kind vor dem Hungertod? 
Nein sicher nicht, auch wenn ich dabei ganz fest an ein hungriges Kind denke.

Damals verstand ich nicht, und Heute?
Getreide, Zuckerrüben und Mais werden für die Herstellung von Ethanol angebaut und dem Benzin beigemischt.
Warum nicht für die Hungernden, die Notleidenden in dieser Welt?
Getreide wird angebaut um Häuser zu beheizen, Getreide wird verbrannt, Lebensmittel werden verbrannt, Tonnen.
Wie viele Menschen könnten davon leben?
Die IG Milchzeitung oder der Verein gegen Tierfabriken,  berichten:

"Die Produktion von tierrischen Produkten steigt, die Nachfrage sinkt. Um die Überproduktion vermarkten zu können werden Exportsubventionen bezahlt und die Waren wandern in südliche Länder. Jean Ziegler, ehemaliger UN Sonderberichterstatter für das Recht auf angemessene Ernährung prangert in seinem Buch „Imperium der Schande“ genau diese Praxis aufs Schärfste an. Auf den Märkten in Afrika werden EU subventionierte Lebensmittel zu Billigstpreisen angeboten. Die heimischen afrikanischen Bauern und Bäuerinnen können mit diesem Preisdumping nicht mithalten und bleiben auf ihren Waren sitzen. Die Folge ist verheerend, die Existenz von Tausenden Familien wird systematisch zerstört. "Exporterstattungen"
"Die Überschüsse, die wir mit massiven Importen (Soja…) aus dem 
Ausland – teilweise der Dritten Welt – produzieren, schicken wir dann hochsubventioniert mit Milliarden von Steuergeldern wieder in diese Länder zurück. Unsere Produkte sind dann dort so billig, dass die Bauern und Bäuerinnen vor Ort gar nicht so billig produzieren können und deswegen ihre Höfe aufgeben müssen. "


Und ich verstehe immer weniger. Wenn wir Butterberge und Milchseen haben, werden sie in der Dritten Welt verkauft.
Zu Preisen die weit unter den, der ansässigen Bauern liegen und die wiederum, müssen dann verhungern.
Warum verschenken wir das überflüssige nicht an Bedürftige? Wenn die dortigen Bauern die Bevölkerung ernähren könnten, braucht doch keiner Hilfe und verhungert auch keiner. Oder sind die Preise der ansässigen Bauern so hoch, dass sich die Ärmsten, vom Ansehen der Produkte ernähren müssen? 
Ich verstehe nicht. 
Wenn ich im Garten einen Kirschbaum habe, der zum bersten voll Früchte ist und keiner mag sie kaufen, aber hungrige Kinderaugen danach sehen. Was mache ich?
Wegsehen? Den hungrigen alles abfordern was sie entbehren können?
Oder mit frohem Herzen Hunger stillen und keinen neuen Baum mehr pflanzen.
Warum ist es nicht möglich Hunger zu stillen, Bedürftigen zu Helfen ohne Eigennutz, ohne Bürokratie?

Ich lese Berichte in denen die Rede von Deutschen ist, welche Lebensmittel im Jahr für 235 € wegwerfen.
Angeblich weil die Lebensmittel zu Billig sind und die "minderbemittelten Bürger" nicht mit dem Haltbarkeitsdatum umgehen können. Sie wissen nicht wann ein Lebensmittel wirklich verdorben ist oder kaufen zu viele Produkte ein, aus Lust am wegwerfen. Man stelle sich vor, da muss doch etwas passieren. Wie wäre es die Nahrungsmittel noch teurer zu machen, dann überlegt sich die "Unterschicht" vielleicht was sie einkauft. 
Was macht es schon,wenn Lebensmittelketten Etikettenschwindel begehen? Die Haltbarkeitsdaten sind doch nicht wichtig! Oder doch?
Was macht es schon, wenn die Melone schlabbrig ist und nach Gammel schmeckt, die Eier verdorben sind, in den Keksen Maden krabbeln oder in der Aprikosen-Schale die untere Hälfte verfault ist? Ich ärgere mich, aber der Weg zurück in die Stadt verursacht mehr Unkosten, als sich betrügen zu lassen.

Ich verstehe es nicht, aber je mehr ich versuche es zu verstehen um so mehr verwirrt es mich.
Überfluss und Armut wohnen im selben Haus. Überfluss hat vergessen was Güte ist und Armut stirbt.
Wie gut es doch ist, dass es so viele von den "Armuts" gibt, freut sich Überfluss und geht ruhigen Gewissens seiner Wege.









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